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Gut Ding will Weile haben..

das merke ich vor allem gerade an meinem Vorgarten-Projekt. Als Gärtner-Anfängerin stoße ich immer wieder auf neue Hürden.


Die so liebevoll von mir gepflanzten Sonnenblumen - alle von Vögeln weggefressen....


Meine schönen Erbsen, die bereits schon 15-20 cm hoch waren - halb von Schnecken abgefressen! Ich hoffe, dass sie noch zu retten sind und ich dieses Jahr wenigstens ein paar leckere Erbsen ernten darf.

Meine Möhren dagegen scheinen weiter zu wachsen.. ich habe schon zartes kleines Möhrengrün gesehen und freue mich sehr darüber.

Bei der Kamille tut sich überhaupt nichts... ich wundere mich, ob die gesäten Samen auch Fressfeinden zum Opfer gefallen sind, oder die Kamille einfach so lange braucht zum wachsen...


Ich habe soooo viele Schnecken im Garten, aber ich möchte sie nicht verletzen. Entweder investiere ich irgendwann in eine Art Schneckenbarriere, so dass ich ihnen einfach keinen Eintritt mehr gewähre oder schaffe ihnen eine leckere Salatbar, nur für sie zum darin rumlaben... :-D Ich bin mir aber nicht sicher, ob dieser Plan so aufgeht..


Als nächstes hab ich vor, ein Vogelfutterhaus aufzustellen. Dann können sich die Vögelchen lieber daran den Bauch vollschlagen als an meinen frisch gesäten Pflanzen..


Es ist so jammerschade und ich verstehe, warum manche Menschen aus solchen Gründen vielleicht gar nicht erst anfangen oder weitermachen, wenn ihre Bemühungen direkt schon im Keim erstickt werden.


Aber es ist ja mit jeder Sache, die du neu anfängst so. Selten klappt es direkt am Anfang wie gewünscht. Ob du nun ein Instrument lernen möchtest, eine Sprache, eine Choreographie oder was auch immer.. Anfangsschwierigkeiten wirst du in jedem Bereich haben und auch Rückschläge. Wichtig ist es, trotzdem niemals aufzugeben, weiter zu machen, bessere Lösungswege zu suchen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn man irgendwo nicht weiter kommt.


Vielleicht werde ich dieses Jahr rein gar nichts ernten, doch dafür werde ich reicher sein an Erfahrungen, die mir im nächsten Jahr helfen werden hoffentlich ertragreicher zu sein.


Mein Opa war ja ein passionierter Gärtner. Ich erinnere mich an seinen wundervollen Garten. Dort wuchs wirklich alles, von Obstbäumen, Obststräuchern, Gemüse und Blumen aller Art. Es war eine richtige Wohlfühl-Oase! Er erkannte jeden Vogel allein an seinem Gesang. Er wusste über jeden Baum, jede Pflanze, jeden Pilz und jedes Tier Bescheid. Jedenfalls kam es mir als Kind so vor. Er spielte außerdem mehrere verschiedene Musikinstrumente - Mundharmonika, Akkordeon, Zither, Keyboard und Orgel. Dafür sprach er allerdings wenig bis kaum ein Wort.

Er hätte mich all sein Wissen lehren können - aber er wohnte zu weit weg von uns. Aus manchen Gründen war dies vielleicht sogar besser gewesen.


Ich finde es so unglaublich schade, wie viel Wissen viele alte Menschen irgendwann traurig in ihr Grab mitnehmen, anstatt es an die Jugend weitergeben zu können.


Das Gemeinschaftsgartenprojekt, welches ich in meiner Stadt so gerne initiieren möchte, würde genau dies tun. Es soll ein Ort sein, an dem Alt und Jung voneinander lernen, sich austauschen, zusammen etwas (Er-) Schaffen auf das sie stolz sein können, von dem sie sich sogar gesund ernähren können. Menschen aus verschiedenen Kulturen können ihr Wissen und ihre Ideen einbringen. Einsame Menschen hätten immer jemandem zum Reden, ganz ungezwungen, ohne Eintritt dafür bezahlen zu müssen.

Und Menschen, die wirklich sehr wenige Mittel zur Verfügung haben, können sich ein stückweit selbst verpflegen oder es dort erlernen und später weiter auf ihrem Balkon, Vorgarten, oder ihrer Fensterbank für sich selbst ausbauen.


Ich hoffe, dass ich einen Weg finden werde, dieses Herzensprojekt irgendwann umsetzen zu können. Ich bin bereits dabei, mich stadtpolitisch aktiv dafür zu machen und hoffe demnächst die richtige Unterstützung dabei zu erhalten. Es war eigentlich nie mein Plan, mich in die Politik einzubringen, aber wenn ich etwas GUTES in meiner Stadt bewirken möchte, führt vielleicht kein Weg dran vorbei, dort aktiv zu sein, wo Entscheidungen getroffen werden. Deshalb war ich gestern bei meiner ersten Fraktionssitzung und bin gespannt, ob ich mein Vorhaben irgendwann umsetzen kann :-)


So, nun hab ich vorerst genug geschrieben für heute und werde ich mich jetzt meinem Haushalt widmen, denn nachdem ich heute dieses Video sah: https://youtu.be/6I7l3dhaJeY?si=Xm0m68b9S2GdSBc0

Wie eine Frau in mühevoller und hingebungsvoller Arbeit ihren Boden mit Kuhdung säubert, ohne auch nur dabei ihr so farbenprächtiges Kleid in Mitleidenschaft zu ziehen, werde ich die Hitze nicht weiter als Ausrede dafür hernehmen, meinen Boden zu wischen :-D

Allerdings nicht mit Kuhdung, weil ich sonst wohl nicht nur ein Geruchs- sondern auch erhebliches Fliegenproblem hätte und meine Böden in meiner Wohnung einfach nicht dafür geschaffen sind. Wasser reicht mir völlig :-) Aber ich wische tatsächlich meinen Boden auch sehr gerne von Hand - soweit es meine Zeit und Energie erlaubt, weil ich dabei meinen ganzen Körper in Bewegung setzen muss und ich es so auch viel gründlicher finde.



 
 
 

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