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Es ist noch gar nicht Sonntag! ;-)

Aus gegegebem Anlass möchte ich mich gerne zu Ernährungsgewohnheiten des Menschen äußern.


Es gab und gibt in dieser Hinsicht ja immer wieder neue Erkenntnisse, Überzeugungen und sogar - na wie soll ich sie nennen... Ernährungsnazis, die nur ihre Meinung als die einzig richtige ansehen und andere Menschen von ihren Überzeugungen überzeugend machen möchten auf eine sehr ernergische Weise, die meiner Meinung nach ebenfalls nicht mehr gesund ist.


Ich selbst habe als Kind bereits sehr ungerne Fleisch gegessen und erinnere mich daran, dass es mir jedes Mal übel wurde, wenn ich mit meiner Mutter vor der Fleischtheke stand.

Doch Fleisch war ein fester Bestandteil bei der "guten alten Hausmannskost", zu Hause. Vor allem an den Wochenenden gab es meistens den allseits bekannten "Sonntagsbraten" oder ähnliches bevor oder nachdem es in die Versammlung der Zeugen Jehovas ging. Die Zeiten wechselten mal von vormittags zu nachmittags. Wenn ich etwas nicht essen mochte aufgrund der Konsistenz oder des Geschmacks oder weil ich schlichtweg satt war, musste ich so lange am Tisch sitzen bleiben, bis ich es aufgegessen hatte. Ich begann deshalb irgendwann als Lösung Lebensmittel in der Wohnung (z.B. in großen Vasen) zu verstecken, bis meine Mutter die alten Brote fand.... Ich erinnere mich an eine Situation bei meinen Großeltern, als ich den Kartoffelsalat mit Mayonaise verweigerte, weil mir übel war. Es wurde ignoriert, ich wurde dazu genötigt, den Salat aufzuessen (meine Großeltern waren aus Schlesien und kannten Armut durch den Krieg. Aussagen wie "Wir hatten ja nüscht" war so der Standardsatz und die Erklärung das wir alles aufessen mussten, achja und weil die Kinder in Afrika sich darüber freuen würden - das hätten sie bestimmt, aber deshalb muss ich ja nicht über mein Sättigungsverhalten essen) und hatte später Bauchschmerzen und musste mich übergeben. Bis heute vertrage ich Mayonaise nicht gut. Immer wieder erfuhr ich also übergriffiges Verhalten, meine eigenen Körperempfindungen und Wahrnehmungen wurden mir abgesprochen während ich gleichzeitig täglich psychische Seitenhiebe bekam, als "dicke Nudel" bezeichnet wurde und mir als einziges Kind Diät-Schokolade geschenkt wurde, während alle anderen normale Schokolade erhielten.


Später als Jugendliche begann ich mich sehr interessiert durch den Hauswirtschaftskurs in meiner Schule für das Thema Ernährung zu interessieren, ernährte mich immer gesünder und hatte den Wunsch, Diätassistentin zu werden.

Dies wurde mir leider von verschiedenenen Seiten ausgeredet und meine neuen Ernährungsgewohnheiten stießen innerhalb meiner Familie ebenfalls auf Kritik, obwohl ich inzwischen ein Idealgewicht hatte, sportlich war und mich wohlfühlte. Als Kind wurde ich immer dafür kritisiert, dass ich zu schnell und zu viel esse, und als Jugendliche dafür, dass ich angeblich auf einmal zu wenig essen würde und ZU Schlank wäre!! Wie ich es machte, war es scheinbar in den Augen meiner Familie immer verkehrt oder sonderbar.


Durch die Partnerschaften, die ich einging, und durch das anerzogene Konzept, dass eine Frau dem Manne untertan zu sein hat, und ihn von vorne bis hinten zu bedienen hat, haben sich meine Essgewohnheiten häufig den Partnern angepasst, weil ich als "gute folgsame Frau", ihre Lieblingsgerichte kochte, und auch nur noch Nahrungsmittel (von "Nahrung" konnte man dabei nicht immer sprechen...) eingekauft wurden, die dem Herrn des Hauses gefielen und angenehm waren.


Ich nahm dadurch immer wieder zu und ab. So ich mit 16/17 Jahren etwa ein Gewicht von 60-65kg, im Alter von 19/20 nach der ersten Heirat stieg es auf 80/90kg, später auf 100kg. Für einen anderen Partner nahm ich dann innerhalb von 3 Monaten 35kg ab und hielt dieses Gewicht zwei Jahre. Durch Depressionen nahm ich wieder zu auf ca. 100/110kg und wurde mit dem Gewicht Mutter.

Nach meiner Schwangerschaft hatte ich ein Höchstgewicht von 130kg. Ich beschloss die Reissleine zu ziehen, da ich mit meiner Tochter irgendwann gemeinsam die Rutsche zusammen runter rutschen wollte. Ich beschäftigte mich zuerst mit der Vollwertkost nach Dr. Brucker, der Fleisch aus der Ernährung streicht, jedoch Butter, Eier und Milchprodukte direkt vom Bauern erlaubt, dafür aber nur vollwertiges, im Besten Falle selbstgemahlenes Getreide. Er empfahl den täglichen Frischkornbei als festen Bestandteil in die Ernhährung einzubringen und den Zucker vollständig wegzulassen und nur mit Honig oder Früchten zu süßen.

Er war dabei in seinen Büchern allerdings nie bestimmend, hielt die Rezepte alle sehr einfach und das gefiel mir daran. Ich setzte diese Dinge nach und nach um, bis ich irgendwann (nachdem ich regelmäßig Handschmerzen hatte, bei dem Versuch kiloweise Mehl für Brote und Kuchen mit einer handbetriebenen Kaffeemühle zu mahlen) stolze Besitzerin einer Getreidemühle und einer Flockenquetsche war.

Leider war ich einmal gezwungen sie zu verkaufen, aber ich kann Dir sagen, dass es tatsächlich ein riesengroßer Unterschied ist, sein Mehl selbst zu mahlen und seine Frühstücksflocken selbst zu quetschen! Sowohl geschmacklich, als auch inhaltlich für deine eigene Gesundheit.

Diese Geräte sind allerdings recht kostspielig...glücklicherweise kann man sich inzwischen auch in jedem Bioladen sein Getreide frisch mahlen lassen, wenn man dies möchte.


Ich nahm auch zuerst einiges an Gewicht ab, (so auf etwa 80kg) meine Lebensqualität verbesserte sich und meine Tochter hatte ebenfalls großen Spaß daran, in der Küche mit mir alle Lebensmittel frisch zu zu bereiten. Sie liebte es, wie sich das frische Mehl anfassen ließ und ich ließ sie immer kleine Teigmengen selbst bearbeiten :-)


Im weiteren Verlauf meiner Ernährungsreise stieß ich auf das Buch "Willst Du gesund sein? Vergiss den Kochtopf!" von Helmut Wandmaker, indem geht es um die Idee einer nahezu rohköstlichen Ernährung, da durch das Kochen, Braten und Backen sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe unserer Nahrungsmittel verloren gehen. Das ergab für mich sehr viel Sinn und ich tauchte in die Rohkosternährung ein. Es gab in der Zeit auf Facebook und Youtube auch regelrechte Rohkost-Hypes, und ich probierte mich durch die Rezepte und Anregungen durch. Doch viele Rezepte waren ZU reichhaltig oder durcheinander und verursachten bei mir regelmäßig Bauchschmerzen trotz regelmäßiger Darmspülungen usw. diesen ganzen Kram, der empfohlen wurde, um sich von Parasiten zu befreien.

Also hielt ich es mit der Rohkost immer sehr einfach, und schnitt den Kindern und mir täglich immer wieder einfach Rohkostteller auf, mixte uns bunte Smoothies und ab und an gab es so Leckerein wie Rohkostkuchen oder Energieballs. Wir aßen dadurch immer weniger Brot, fast gar keines mehr und selbst den Geruch in Bäckereien empfand ich irgendwann als abstoßend. Jedenfalls kann ich als sehr positiv berichten, dass - je höher mein Rohkostanteil in meiner Ernährung war - meine Menstruationsbeschwerden umso weniger bis eigentlich gar nicht mehr vorhanden waren. Ich hatte keine PMS mehr und nur noch sehr schwache und kurze Blutungen. Doch auch in der "Rohkost-Szene" gibt es viele extreme Menschen, die dich sofort meisterhaft belehren oder beschimpfen würden, sobald etwas aber auch wirklich nicht zu 100% der Rohkost entspricht, z.B. weil du etwas mehr Grade im Dörrer eingestellt hast, als die in der Rohkost erlaubten... Das ist kein Witz! Das sind echte Erfahrungswerte! Ich distanzierte mich aber davon und machte immer MEIN Ding.


Zunächst lebten wir also vegetarisch, dann vegan (vor allem seit ich den Film "Earthlings" sah) und dann sogar fast rohköstlich.

Die zweite Schwangerschaft brachte aber wieder durch verschiedene Gelüste wieder einiges gehörig bei mir durcheinander, aber ich gab diesen nach, da ich mir sicher war, dass mein Körper oder mein heranwachsendes Baby es zu brauchen schien, wenn ich diese Gelüste hatte. Also ernährte ich mich wieder vegetarisch und nahm schwangerschaftsbedingt auch wieder zu, aber es hielt sich diesmal im normalen Rahmen.


Ich integrierte außerdem Sprossen und Wildkräuter in unsere Ernährung und ging regelmäßig mit meinen Kindern wandern während wir zusammen auf der Suche nach essbaren Wildkräutern waren. In dieser Zeit arbeitete der Partner, mit dem ich zusammen war viel, so dass es eigentlich immer nur die Kinder und mich gab. Er ging die Ernährung aber größtenteils mit, doch er begann damit sich oder uns vor anderen damit zu profilieren, was mir nicht gefiel.

Es war und ist nie mein Anliegen, mich über andere Menschen zu stellen oder ihnen vorzuschreiben, wie sie sich zu ernähren haben. Vor allem ist jeder Körper einzigartig und benötigt evtl. auch unterschiedliche Dinge.


Tja, später traten wieder andere Partner in mein Leben und es wurde dadurch auch wieder Fleisch integriert. Meine große Tochter liebte es so sehr und machte mir sogar manchmal Vorwürfe, wie ich ihr das nur vorenthalten konnte :-D


Meine Kinder dürfen essen was sie möchten, ich schreibe ihnen diesbezüglich nichts vor. Aber ich lebe ihnen einen gesunden Umgang mit Lebensmitteln vor. Vor allem Achtsamkeit. Ich achte immer mehr darauf, wo meine Lebensmittel herkommen, und schaffe das sogar mit kleinem Geldbeutel. Vor allem wenn ich tierische Nahrungsmittel kaufe, ist mir die Herkunft besonders wichtig. Ich kaufe lieber teure Eier von einer Frau, die einen Bauwagen mitten auf einer Wiese mit Hühnern hat, aber weiß dafür, dass die Hühner, die sie gelegt haben, sich pudelwohl fühlen und in einer wunderschönen Umgebung leben und es sich gut um sie gekümmert wird.


Fisch esse ich sehr selten, genauso wie Milchprodukte (mal etwas Ziegenkäse bzw. Schafskäse, Quark, frischkörniger Käse oder griechischen Joghurt. Ich trinke keine Kuhmilch, aber ich habe noch keinen pflanzlichen Joghurt gefunden der mir schmeckt oder ich vertrage). Fisch ist für mich eine Delikatesse, die ich mir selten mal "gönne", vor allem wegen der Überfischung unserer Meere. Und dann sind es meistens auch nur so kleine Fische, wie mal Sardinen, Sprotten, Muscheln oder mal einen Hering. Das kommt vielleicht 1 mal im Monat vor.

Doch ab und zu freut sich mein Körper über diese wundervollen Omega-Fettsäuren und dann genieße ich es auch und fühle mich nicht dabei schlecht. Es fühlt sich für mich auch natürlicher an, als zu supplementieren.

Natürlich sind auch Fische Lebewesen, doch Wale und Haie essen auch kleine Fische. Vielleicht sind sie sowas wie die Eintagsfliegen im Meer.. allerdings sollten wir trotzdem sehr viel achtsamer tierische Lebensmittel konsumieren, um Tierarten nicht zu gefährden. Das Fleisch und Fisch zu einer regelrechten Industrie geworden sind, und vor allem WIE mit den Tieren umgegangen wird - ist sehr erschreckend.


Neulich sind meine Kinder und ich auf vegane Aktivisten in Köln gestoßen, die uns belehren wollten, ihren Weg einzuschlagen aber in einer sehr agressiven Art und Weise, die einfach nicht akzeptabel ist. Ich schätze jeden Menschen, der sich die Mühe macht, auf Missstände in dieser Welt aufmerksam zu machen, doch dabei sollte jedem Menschen freundlich die ENTSCHEIDUNGEN selbst überlassen werden.

Jeder, der fanatisch ist - ob in Sachen Religion, Politik, Ernährung hat meiner Meinung nach ein sehr ungesundes menschliches Verhalten.

Toleranz ist ein wichtiges Thema und dieser Mensch hat mir nicht einmal zugehört. Er überhörte komplett meine Ansichten. So funktioniert kein Austausch zwischen Menschen.


Letztendlich verfügt jeder Mensch über ein eigenes Gehirn und daher sollte jedem Menschen auch die freie Wahl gelassen werden, was er für Entscheidungen für sein Leben trifft. Darauf hinweisen, aufklären - find ich gut! Überzeugen, maniplieren - geht gar nicht!


Ich hab ebenso die China Study von T. Collin Campbell und Thomas M. Campell gelesen und weiß über die hervorragenden gesundheitlichen Eigenschaften einer pflanzlichen Ernährung. Nicht umsonst, hatte ich bei der Ecodemy vegane Ernährungsberatung studiert und hatte den Wunsch, Ernährungsberaterin zu werden. Doch im Laufe des Studiums stellte ich immer wieder fest, wie stark man bei einer reinen veganen Ernährung auf die richtige Zusammenstellung der Lebensmittel achten muss, um keine Defizite zu haben. Das wurde mir zu wild und zu anstrengend. Ernährung sollte sich natürlich und leicht anfühlen und keine Wissenschaft sein.


Deshalb ernähre ich mich intuitiv, schaue weniger auf die Waage, sondern höre auf meinen Körper und passe immer wieder meine Ernährungsgewohnheiten an mich selbst und mein Leben an, so wie ich mich damit wohl, gut und gesund fühle.

Zum Beispiel habe ich es inzwischen wieder geschafft, mich vom Weizen komplett zu lösen, da ich immer wieder festgestellt habe, dass ich diesen nicht vertragen zu scheine.

Und das, obwohl ich Toastbrot über alles geliebt habe :))

Das war eine sehr schwere Umstellung, aber ich kann jetzt sagen, dass es für mich - für meinen Körper - die richtige Entscheidung war und ich mich dadurch wunderbar leicht fühle und jeden morgen nach dem Aufwachen erst einmal eine Runde Tanze oder Rückensport mache (gegen meine langjährig schlecht angewohnte gekrümmte Haltung, durch das ständige "mich-klein-machen")...


Ich wünsche Dir, liebe:r Leser:in,

ganz viel Leichtigkeit in deinem Leben!


Deine

Sylvia Apfelschorle


P.S. Achso... ist mir gerade noch dazu als Gedanke eingefallen... ach ich schreibe es unten in den Kommentar... aber vorher gibt es noch ein paar Bilderchen :-)




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1 Kommentar


Sylvia Apfelschorle
Sylvia Apfelschorle
vor 6 Tagen

Achso, ist mir gerade noch als Gedanke dazu eingefallen...

Wir alle sind ja Energie. Jeder Mensch besteht aus Energie und Du triffst jeden Tag Entscheidungen, wie du deine Energie verteilst. (empfehlenswertes Buch dazu, was ich gerade lese "Körperarbeit und Bewusstseinserweiterung" - der biologisch-energetische Weg zu einem eigensinnigen Leben von Dr. Rolf D. Koll)


Manchmal haben wir wenig Wahl, vor allem wenn man die Verantwortung für kleine Kinder hat. Jede Mutter weiß sicher wovon ich spreche, denn da bleibt oft kaum noch Energie für einen selbst, vor allem wenn sie noch sehr klein und unselbständig sind.

Ansonsten kannst du deine Energie aber frei verteilen... Arbeit, Hausarbeit, Einkaufen, Lesen, Malen, Sport, Gärtnern, Spaziergänge oder aber durchs Fernsehen, Playstation zocken... du entscheidest täglich,…


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